Solidarität zwischen Kisten und Kleiderständern

Oberberg Aktuell vom 02.10.2015
Die Flüchtlingshilfe Reichshof hat in Eckenhagen eine neue Kleider- und Spendenkammer eingerichtet - Seit Wochen werden die Bürger nicht müde, diese mit Hausrat, Schuhen, Spielen und ähnlichem zu bestücken.

Bild: Fenja Jansen --- Susanne Maaß (5. v. li.), Stellvertretende Bürgermeisterin und Initiatorin der Flüchtlingshilfe, sowie Heidi von Goldacker (re.) mit Mitarbeiterinnen der Flüchtlingshilfe Reichshof.

Seit Mitte des Jahres geht es im evangelischen Gemeindehaus in Eckenhagen jeden Donnerstag zu wie im Taubenschlag. Säcke und Kisten mit Kleidung, Kartons mit Geschirr und Besteck sowie Decken und Kissen werden in die ehemalige Hausmeisterwohnung im zweiten Stock getragen. Junge und alte Reichshofer geben sich die Klinke in die Hand. Ein junger Mann aus Lüsberg kommt schon zum dritten Mal vollgepackt die Treppe hoch: Er hat in seinem Dorf gesammelt. Am Nachmittag waren drei Schülerinnen des Berufskollegs Dieringhausen da. Sie haben an ihrer Schule Kleidung und Hausrat gesammelt, zwei Wagenladungen sind dabei zusammengekommen.

Die Mitarbeiter der Flüchtlingshilfe Reichshof packen mit an, nehmen die Sachen entgegen, sortieren sie und räumen sie ein. „Ich kann gar nicht oft genug Danke an alle Helfer und Spender sagen“, freut sich Susanne Maaß, stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Reichshof und Initiatorin der Flüchtlingshilfe, über den regen Betrieb. Denn ohne Spender und Helfer würde es die neue Kleider- und Spendenkammer für Flüchtlinge in Eckenhagen nicht geben. Doch Helfen wird in der Gemeinde groß geschrieben und so ist die Spendenkammer in Eckenhagen nach der Kleiderkammer der evangelischen Kirchengemeinde Drespe in Hunsheim schon die zweite Anlaufstelle für Flüchtlinge, wenn es an etwas wichtigem fehlt.

„Es ist schon viel Arbeit, aber eine Arbeit, die Freude macht“, so Heidi von Goldacker, Mitglied der Flüchtlingsinitiative. Jeden Donnerstag zwischen 15 und 18 Uhr können Bürger ihre Spenden abgeben. Flüchtlinge machen einen Termin, meist gemeinsam mit ihren Paten, um dann in Ruhe zu stöbern. „Unsere neuen Nachbarn können sich die Sachen selber aussuchen, wenn etwas Spezielles gesucht wird, helfen wir natürlich, gerne auch in englischer oder französischer Sprache“, erklärt von Goldacker. Dabei hätte es von Seiten der Flüchtlinge noch nie einen Versuch gegeben, mehr mitzunehmen, als nötig. „Einmal war ein Mann an zwei aufeinanderfolgenden Tagen hier. Am ersten Tag hat er einen Pullover mitgenommen, am zweiten Tag hat er ihn zurückgebracht, weil er nicht passte. Das war quasi unser erster Umtausch“, lacht von Goldacker.

Der Dank der Flüchtlingshilfe gilt auch der evangelischen Kirchengemeinde, welche die Räume kostenfrei zur Verfügung stellt. Bei der Ausstattung mit Kleiderbügeln und Regalen hat erneut die Firma Hosen Meyer aus Reichshof sowie verschiedene Bürger mit ihren Spenden geholfen. „Es ist toll, was man zuwege bringen kann, wenn viele Menschen an einem Strang ziehen“, freut sich Maaß über die Hilfsbereitschaft der Reichshofer. Trotzdem gibt es auch hier noch Dinge, an denen es fehlt. So sucht die Flüchtlingshilfe aktuell nach Winterkleidung in kleinen Herrengrößen (S und M). Auch Paten, die die neuen Nachbarn bei Behörden- oder Arztbesuchen unterstützen oder einfach mal etwas mit ihnen unternehmen wollen, sind willkommen. Das vordringlichste Problem heißt aber auch in Reichshof „Wohnraum“. Wer Wohnraum zur Verfügung stellen möchte oder die Arbeit der Flüchtlingshilfe durch Spenden oder eine Mitarbeit unterstützen will, findet alle Ansprechpartner und Informationen unter www.fluechtlingshilfe-reichshof.de.

Wer Kleidung oder Hausrat spenden möchte kann sich unter Tel.: 02265/98 08 11 direkt bei von Goldacker melden. Wohnungsangebote nimmt Maaß unter Tel.: 0179/499 15 99 gerne entgegen (beide bis 20 Uhr).


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